Die Teekanne weinte bitterlich. Sie vermisste ihren exklusiven Stammplatz in der Vitrine. Von dort hatte sie einen herrlichen Ausblick gehabt. Sollte sie wohlig warmen Tee in feine Teetassen gießen, wurde die Kanne liebevoll umfasst.

War der Bauch wieder leer erfrischte klares Wasser, welches anschließend sanft mit dem Handtuch abgerieben wurde. Auf Hochglanz poliert durfte sie wieder auf ihren repräsentativen Platz.

Und nun? Nun war es stockfinster.

Davor hatte die Teekanne immer Angst gehabt. Nur weil ihr eine unvorsichtige Kuchengabel eine hässliche Schramme zugefügt hatte, blieb ihr die edle Vitrine verwehrt.

In der Abstellkammer roch es fürchterlich. Der goldene Deckel bebte bei jeden Schluchzen.

Hätte sie nur gewusst, dass die Scherbendesignerin Lydia Strutzberg ihr als Lampenschirm wieder Helligkeit und Aufmerksamkeit verschaffen würde!  

strutze-Scherbendesign